Pomegranate never ends

»My paintings are, in fact, large chalk drawings done in physically and mentally expressive gestures; they are fluid constructions that create a link between the cosmic and the human, the spiritual and the tangible.«

Meistens bin ich ja genervt von den unzähligen Newsletter-Mails, die tagtäglich, oft sogar stündlich in meinem Briefkasten landen.
Heute morgen haben meine Augen jedoch einen kleinen Freudensprung gemacht beim Anblick der Arbeit von Najia Mehadji, deren Werke zu einer Sammlung zeitgenössischen Kunst im franzözischen Montbéliard gehören, für die in einem der Newsletter geworben wurde.

Besonders der Rhythmus ihrer sehr grafischen Serie Dú Vegetal, aus der die oberen drei der hier gezeigten Arbeiten stammen, hat es mir angetan. Die Wiederholung und die damit einhergehende leichte Veränderung jeder Linie, die – auch wenn sie teilweise Anfang & Ende haben – in eine gefühlte Endlosigkeit  zu laufen scheinen. Immer und immer wieder. Das Kontemplative dieser einfachen Linien, das den Betrachter stundenlang in den Bann zieht.

 

© alle Arbeiten von Najia Mehadji
Grenade, 2001 
stick à l’huile sur toile, 200 X 170 cm
Végétal N°2, 2000
craie sur papier, 120 x 80 cm
Arborescence, 2001
stick à l’huile sur toile, 204 x 188 cm
Marie-Madeleine (triptyque : Flux), Stick à l’huile sur toile 160 x 190 cm

Krakelige Schöne

Nachdem der Rest der Blüte das Zeitliche auf dem Fussboden gesegnet hatte, blieb dieses pinke Gespinst zurück, das mein Herz hellauf erfreute. Vielleicht liegt es an meiner heimlichen Affinität zu merkwürdigen Strichmännchen und Witze-erzählenden Socken, dass ich hier direkt an technotanzende Kraken denken musste, die sich neben meinem Radio vergnügen.

Aber  ist dieses Überbleibsel, dieser Phoenix aus der Blüte, nicht viel zu schön, um es mit einem solch profanen Quatsch in Verbindung zu bringen?!
Eigentlich, so scheint es mir, handelt es sich hierbei viel eher um ein durch und durch aristrokratisches Gewächs, dass sich seines schützenden Mantels entledigt hat, um uns mit seiner fragilen Grazie zu verzücken! Eine Königsblume, die uns mit einem leuchtenden Pink anlockt, dass wir schauen mögen auf ihre exotische Anmut und ihre sinnliche Zartheit bewundern …

PS: Übrigens handelt es sich hier um ein gemeines Gartengewächs: den Rhododendron!

Kalligraphie auf koreanisch

Neu entdeckt: Ballpoint-Pen-Arbeiten von Il Lee via butdoesitfloat.

Il Lee ist ein vermutlich irgendwann in den 50ern oder frühen 60ern geborener Koreaner, heute in NY lebender Künstler, der mit minimalistischen, abstrakten und meist wirren Zeichnungen bekannt wurde, die er mit Kugelschreibern malt(e).

Auf Butdoesitfloat sammeln die zwei Kuratoren Folkert Gorter & Atley G. Kasky Arbeiten von Künstlern, Grafikern, Fotografen, Typografen & Architekten. Collagen, Computergeneriertes, Skulpturales, Gezeichnetes & Gemaltes.
Den meisten Werken scheint ein Hang zum Ekzessiven gemein, zum manischen, zum extrem detaillierten. Geometrische Muster schlagen in Richtung Op-Art aus, folkloristische Elemente werden zu Mantras, und bei längerem Anblick bekommt man schnell den Eindruck, die eigene Wahrnehmung verändere sich. Halluzinogene via Internet quasi.


© Art Projects International
Courtesy of artist and Art Projects International, New York