Heimat

karamelo im Heimat Magazin

Heimat ist weniger Orts-, denn Herzens- & Bauchsache. Ist hier, ist dort. Manchmal an Orten, die ich nie zuvor besucht habe. Die mir dieses ganz besondere Gefühl oder einen speziellen Geruch schenken. Heimat trägt sehr viel Kulinarisches in sich. Der Geschmack muss stimmen, muss die Sinne befriedigen. Der der alten Heimat, der neuen, der zweiten. Und immer wieder nimmt man einen Teil, wenn man aufbricht, mit. Es verzweigt sich in viele verschiedene Richtungen, das Heimatgewächs.
Die Wurzeln unterdes stecken tief in der Erde, in die ich so gerne meine Hände tauche.
Pflanzen, Säen, Ackern, Ziehen, Graben, Pflücken, Ernten, Schmecken, Versorgen. Im Topf, im Garten, auf dem Feld. Auch das ist mir Heimat.Mehr heimatliche Gedanken über Zwetschen, Rote Beeten, Mehlstaub, Kochlöffel, Gekochtes & Gedecktes findet ihr im zweiten Heimat Magazin.
Der Tisch ist gedeckt mit lauter erzählten & erinnerten (und musikalischen) Köstlichkeiten und lädt ein zum Verweilen.
Wer mag, kann zum Heft ein, von Lina, Anselm & Sophie mit meinen Besteck-Stempeln handgedrucktes Küchenhandtuch, bestellen. Für neue Küchengeschichten & Glücksmomente.
Danke dafür!

Herbstlich(gezettelt)es

rote Schneebeere karamelo_WaldimWinter

Herbst ist der Duft von Kompott. Von Zwetschgen, Äpfeln oder – mein liebstes – von Birnen. Pur. Ohne Schnickschnack. Ebenso wie meine Marmeladen.
Und Herbst ist das Knacken und Knatschen unter den Sohlen, das Aufheben & in die Manteltaschenstecken. Das Sausen & Zausen an Ohren und Haaren. •
Herbstlich gelistet, von Julie inspiriert.
Ganz obenauf: das Lernen vom Unterscheiden. Ein passender (und in der Nähe wohnender) Lehrmeister muss allerdings noch gefunden werden. Den Korb zum sammeln steht schon bereit.
Weiterhin backen, backen und nochmals backen. Knusprige Schnecken, aber vor allem aber das Brotbacken soll & will mal ordentlich gelernt sein. Erprobte Rezepte gerne an mich! • Eine flotte Lotte soll gekauft werden und mir das Marmeladenkochen, speziell von Hagebutten und Co. erleichtern.

Maronen sammeln, den Acker langsam abernten.

Und sonst? Die Tage langsamer drehen. Peu á peu, Schritt für Schritt vorgehen. Nicht alles auf einmal wollen. Dafür disziplinierter werden (ich fürchte, dafür wird der Herbst nicht reichen!)

Zu guter Letzt: Schauen. (zuende)Lesen. Wünschen.

Heimatwärts

karamelo_Homesweethome Kirmes in Bad Neuenahr karamelo_Fliegenpilz karamelo_Tannenzweig  karamelo_Hagebutten  karamelo_Hagebuttenmarmelade  karamelo_AepfelundBirnen karamelo_Apfelpfannkuchen

Ein lang verbrachtes Wochenende mit den Kindern bei den Großeltern. Im Dorf meiner Kindheit, am Rand der Eifel. Mit langen Waldspaziergängen, Pilzen aller Art, geschnitzten Kürbissen, Kirmesbesuch (sie spielen dort immer noch die gleichen Discohits wie vor 20 Jahren!!), verlassenen Obstwiesen und Körben voll gesammelter Zwetschgen, Äpfeln & Birnen.
Dazu mühsam gepflückte Hagebutte, das Rezept aus Uromas Kochbuch will ausprobiert werden.

 
Pfannküchlein nach Omas Art.
Pro Person 3 EL Mehl mit einer großzügigen Messerspitze Backpulver und einem guten Schuß Milch verrühren.
Ein Ei trennen, das Gelb direkt hinein in den Teig, das Weiß will geschlagen werden und vorsichtig untergehoben.
Apfel schälen und in feine Scheiben schneiden.

Butter in der Pfanne bei sanfter Temperatur schmelzen und einen Klacks Teig hineingeben.
Mit den Apfelscheiben belegen und sanft anbraten, drehen und – etwas kürzer – auf der anderen Seite backen.

Noch warm mit Zucker & Zimt bestreuen.

Noch mehr Punkte

karamelo_Holundersaft_04 Holundersaft selbstgemachtHolundersaft selbstgemacht

Diesmal: Die kleinen, schwarzen, die mit Vorliebe vom Tisch auf den Boden herunterrollen und darauf warten, dass ein unaufmerksamer Fuß darauf tritt.
Und die soviel Geduld erfordern, um sie von ihren feinen roten Stielchen zu befreien. Aber deren herber Geschmack, der auch nach dem Süßen mit Zucker noch in zarten Nuancen bleibt, für mich pure Erinnerung ist. Versetzt mit Sprudelwasser die Limonade meiner Kindheits-Spätsommer.

 

—— Holundersaft ——-
Man nehme soviel Beeren,wie man pflücken und tragen kann. Entstiehle sie sorgfältig, gebe sie in einen großen Topf und fülle mit genau so viel Wasser auf, dass die obersten Kugeln gerade bedeckt sind. Einmal aufkochen und dann 10 Minuten leise köcheln lassen. Den Duft genießen.
Die heißen Beeren samt Wasser durch ein (Küchenhand)Tuch in einen zweiten Topf abseihen, das Tuch anschließend ordentlich drücken & quetschen, damit auch ja kein Tropfen des mühevollen Tuns verloren geht.
Nun kommt der (Rohrohr)Zucker dazu im Verhältnis 2:1, wenn man mag, sonst tut es auch weniger. Ein paar Zitronen pressen, Saft und Zucker zum Holundersaft geben und nochmal aufkochen. Noch heiß in sterilisierte Flaschen abfüllen – und Sprudel kaufen gehen.

Und wer genug gepflückt hat, der teilt den mit Wasser gekochten Saft in zwei Mengen und nimmt für die zweite Portion statt dem Rohrohrzucker Gelierzucker, ebenfalls den Saft von Zitronen, und kocht noch ein feines Gelee.

Novembergold

Novembergold
NovembergoldNovembergold

Ein wunderbarer Nachmittag in charmanter Gesellschaft in zauberhafter Umgebung, der in einen köstlichen Abend überging …
Ich komme aus dem Schwärmen kaum noch heraus, habe ich mich doch sehr in Ninas neues Reich verliebt. Ein alter Werkstattraum mit viel Licht dient als neue Umgebung für gesammelte Küchenschätze, Gedrucktes und andere feine Dinge. Ein Geruch aus alt & neu, von Kerzen & Holz gepaart mit dem herbstlichen Duft der Quitten.
Man weiß gar nicht, wo man zuerst schauen – und staunen soll. Mit dem Finger über die Schätze streichen, von links nach rechts und von rechts nach links laufen, sich in zahlreichen, verzückten »oooohh«s verlieren.

Umso schöner, in diesem Raum tafeln zu dürfen, sich an den geschmückten Tisch zu setzen und sich durch Eierlikörkuchen, Quitten-Cheesecake, Panna Cotta, Sablés und andere gebackene Köstlichkeiten probieren zu dürfen – in Gesellschaft von lauter  Sonntagssüß-begeisterten Damen.

Danke, für diesen wundervollen Nachmittag!

Blitzmousse, frozen

Blitzmousse, frozen

Weil mir die Einmal-rundum-Erkältung immer noch nach hängt, aber es irgendwas Süßes doch bitteschön am Sonntag geben sollte, spätestens zum Dessert, dann was blitzeschnelles. Aus dem was da ist.
Das war nicht viel. In dem Fall Sahne und übriggebliebene Osterhasen. (Ich muss zugeben,  hier verstecken sich auch noch einige Nikoläuse …)
Zwei Zutaten, die aber zumindest für eine turboschnelle Blitzmousse reichen:
Schokolade schmelzen, Sahne schlagen, Geschmolzenes abkühlen lassen, unterheben, fertig.
Wer’s mag, stellt die süße Creme dann noch ins Eisfach und lässt sie anfrieren.

 

PS: Das kleine Mädchen hat den Trick mit den Hasen dann aber doch noch durchschaut: Mami, das ist ja Osterhasen-Eis!
PPS: Auch das ist im erkältungsbedingten Delirium fast an mir vorbeigegangen: Marlene hat mir vor einiger Zeit ein paar Fragen gestellt, die sich nun auf ihrem kompromisslostollen Blog wiederfinden. Dankschön, Marlene!
Und noch ein PS: Dani hat sich dagegen heute etwas mehr Zeit genommen und zuckersüße Raspberry Kisses gezaubert – die hätte ich auch gern als Sonntagssüß genommen! Wer ihre klitzekleinen Glücklichmacher in Buchform vorbestellen möchte, dem sei dieser Weg gewiesen.

Süße Beeren

Summer Berry Sweet Pizza

Vorweg muss ich schicken, dass ich heute ein bisschen schummele: das Sonntagssüß ist war eigentlich ein Samstagsüß. Für eine Taufe mit an-
schließender Gartenparty.

Ein leichtes Süß sollte es sein. Fruchtig & sommerlich. Bitte mit Beeren. Und ohne Milch und Ei.
Dieses Bild der Summer Berry Sweet Pizza hat mich so angelacht, dass ich einfach nicht umher konnte, das Rezept auszuprobieren. Ausserdem wollte ich unbedingt wissen, wie die Kombination aus Hefeteig mit süßen Beerchen schmeckt.
Statt einer großen habe ich viele kleine Pizzies gemacht,  die man mit einem Haps in den Mund stecken kann (und auch der Handhabbarkeit vieler kleiner Hände sowie der schicken Garderobe der Taufgäste entgegen kam). Statt Nutella habe ich den Teig mit veganen Frischkäse mit Vanillezucker bestrichen, die weiße Schokolade musste einer zartbitteren weichen, was das Ganze etwas herber gemacht hat.
Was soll ich sagen, die Küchlein waren so schnell gegessen, dass mir keine Zeit für ein ordentliches Foto blieb …

Mit einem meiner Lieblingssommerhits im Ohr, gedenke ich der süßen Teilchen und dem faulen Verweilen im Schatten alter Obstbäume.
Hach, Sommer …

 

Sonntags auf der Rennbahn

Rhabarber Cashew auf der PferderenbahnRhabarber Cashew auf der Pferderenbahn

Da fehlt mir nur noch der passende Hut. Denn die werden dort tatsächlich groß und breitkrempig von den stöckelnden Damen getragen.
Für den Notfall gibt es hinter der Tribüne aber einen Händler, der den Herren zur Schiebermütze und ihren Begleiterinnen zum großen Autritt verhilft. Falls man hoch gewinnt zum Beispiel.

Passend zum Picknick auf dem bebenden Grün gab es einen Kastenkuchen zum Mitnehmen:
Rhabarber-Cashew mit weißer Schokolade, der wunderbar an den Fingern klebt und schnell zusammengerührt ist.
Nämlich aus Zucker (150g), Ei (1), Pflanzenöl (100ml), Buttermilch oder Joghurt  (100g), Nüssen (100g), Mehl (300g), Natron (1 TL), Backpulver (2 TL) und Salz (1/2 TL).
Nachdem Zucker und Ei sich zu einer schaumigen Masse verbunden haben, alle weiteren Zutaten nach und nach behutsam unterrühren und zu guter Letzt den geschälten und gestückelten Rhabarber (250g) dazugeben.
Das Originalrezept sieht keine Schokolade vor, aber irgendwie war mir heute morgen nach weißem Zartschmelz. Einfach klein hacken und unter den Teig heben.

Bevor der Kuchen für knappe 50 Minuten im Ofen (Umluft 175°C) verschwindet, noch ein paar gehackte Nüsse und etwas Zucker obendrauf streuen.

Abendstund‘

Rhabarberstreusel mit Kardamom

… hat heute Rhabarberstreusel im Mund.
Wenn der Tag etwas anders verläuft als geplant nämlich.
Schön, mit Museum, lustigen Straßenkünstlern, nassen Füssen, Einkehr im Brauhaus, vielen Illustrationen & Illustratoren und musizierenden Fröschen.
Dann muss das Kuchenessen halt mal warten.
Macht aber gar nix, denn Kuchen zum Dessert ist mir eins der liebsten. Besonders, wenn es ein Gläschen Wein dazu gibt. Die Kombination aus Süß und Alkohol ist einfach deliziös! Egal ob Schokolade, Eis oder Kuchen, ob Rot oder Weiß.
Heute also Rhabarber-Streusel mit Kardamom nach einem Rezept von hier, dazu ein Glas Riesling von äh – dem Bioladen umme Ecke.
Santé!
Und einen angenehmen Sonntagabend noch.